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Die synchronisierte Stadt

Öffentliche Uhren in Wien, 1850 bis heute

 

Das Bedürfnis, sich möglichst exakt über die aktuelle Zeit informieren zu können, war im Lauf der Jahrhunderte beständig gewachsen. Hatten Uhren zunächst ausschließlich Stundenzeiger aufgewiesen, so war der Minutenzeiger im 19. Jahrhundert bereits unverzichtbar geworden. Industrialisierung, Urbanisierung, vor allem aber die rasante Entwicklung des Eisenbahnwesens hatten den Trend zur "Ver(uhr)zeitlichung der Gesellschaft" vorangetrieben. Vor allem in bürgerlichen Kreisen war der Gebrauch eines Chronometers bald selbstverständliche Praxis. Taschenuhren fanden weite Verbreitung, und auch die Anzahl der öffentlichen Uhren nahm kontinuierlich zu. Insbesondere die immer komplexer organisierten Großstädte avancierten zu Vorreitern in Sachen öffentliche Zeitanzeige.

Auch in Wien wurde die Aufstellung von öffentlichen Uhren ab etwa 1850 forciert. Sie fungierten als Repräsentationen geistlicher wie weltlicher Machtträger und halfen mit, den Alltag der Bevölkerung zu synchronisieren und die vielfältigen Aktivitäten in der Großstadt aufeinander abzustimmen. Wobei unterschiedlichste Typen entwickelt wurden: Von pneumatischen und autodynamischen Ständeruhren über die bekannten Würfeluhren bis hin zu Springziffernuhren und den modernen Reklame- und Eventuhren unserer Tage.

(Erscheinungstermin: 2012, Metroverlag)

 

 

 

Ständeruhr nahe Volksoper, um 1900

 

 

 

 

 

 

 
 

Eduard Pötzl: Großstadtbilder

Gesammelte Skizzen und Feuilletons.

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Peter Payer

 

Eduard Pötzl (1851-1914) war einer der bekanntesten Wiener Feuilletonisten der Jahrhundertwende, der vier Jahrzehnte für das Neue Wiener Tagblatt tätig war und an die 1500 Artikel schrieb. Teile davon erschienen zu Lebzeiten gesammelt bei Mohr und Reclam, neuere Ausgaben gibts bis dato nicht. Der Kommunikationshistoriker Hannes Haas, Verfasser einer biographischen Skizze über Pötzl, nennt seine Arbeit „Journalismus mit ästhetischem Mehrwert“.

Als einer der kreativsten und humorvollsten Schreiber seiner Zeit thematisierte Pötzl v.a. die Großstadtwerdung Wiens und die damit einhergehenden Veränderungen des Alltagslebens, aber auch spezifische Wiener Typen und Modernisierungstendenzen in Kunst und Technik. Seine Artikel erfreuten sich großer Popularität, Karl Kraus bezeichnete Pötzl als den „humorvollsten Beobachter und klügsten Kritiker".
Pötzl war Vizepräsident des Schriftsteller- und Journalistenverbandes "Concordia", später auch Ehrenbürger von Wien.

Die Publikation versammelt erstmals rund 30 seiner besten Feuilletons, das Nachwort informiert über Leben und Werk des heute zu Unrecht vergessenen Journalisten.

(Erscheinungstermin: in Vorbereitung, Löcker Verlag)

 

 

 

Eduard Pötzl, um 1900

 

 

 

 

 

 

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Abenteuer Hören

Entdecke deine Welt

 

Das Technische Museum Wien (Projektleitung Peter Payer) und der Verlag Annette Betz/Ueberreuter erarbeiten eine Buchreihe, in der 6 bis 10jährigen Kindern grundlegende Kenntnisse über Umwelt, Physik und Technik vermittelt werden. Unterstützt von einer interaktiven DVD werden verschiedenste Themen anschaulich und nachvollziehbar vorgestellt,.

Der 2012 erscheinende dritte Band "Abenteuer Hören" widmet sich der akustischen Wahrnehmung und erklärt, wie Klänge entstehen, manipuliert und rezipiert werden: Von Musik und Lärm bis hin zu Akustikdesign und akustischen Täuschungen.

Wissenschaftliche Mitarbeit: Peter Donhauser, Katharina Jesswein, Ingrid Prucha. Text: Susa Hämmerle. Illustrationen: Dorothea Tust. DVD-Produktion: Fa. Imagination.

(Erscheinungstermin: Anfang 2012)

 

Abenteuer Hören

 

 

 

 

 

 

 

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Der Klang der Großstadt.

Wien 1850-1914

 

Ausgelöst von der sich beschleunigenden Industrialisierung und Urbanisierung, lässt sich in Europas Metropolen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine deutlich erhöhte Aufmerksamkeit für Fragen der akustischen Stadtwahrnehmung feststellen. Im Zentrum dabei steht vor allem ein Phänomen: der Lärm. Medizinische Fachblätter und führende Tageszeitungen bringen ausführliche Berichte darüber. Nerven- und Ohrenärzte sehen sich mit den Auswirkungen der Lärmüberflutung ebenso konfrontiert wie städtische Verwaltungsbeamte und Hygieneinspektoren, die eine deutliche Zunahme an diesbezüglichen Beschwerden registrieren. Ingenieure, Architekten und Städtebauer suchen nach Möglichkeiten der Lärmreduktion, bei Vorträgen und Tagungen über Hygiene und Gesundheitspflege wird der neue Klang der Städte zum wichtigen Thema.

Das Forschungsprojekt will die gesellschaftlichen Hintergründe dieser Entwicklung erhellen. Es untersucht erstmals – am Beispiel der Stadt Wien – die vergangene auditive Kultur einer europäischen Metropole. Der Untersuchungszeitraum von 1850 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs umfasst jene historische Periode, in der Wien sich zur modernen Großstadt und letztlich viertgrößten Metropole Europas entwickelte. Die ungeheure Dynamik dieser Jahrzehnte, die mit der Demolierung der Basteien ihren visuell wie akustisch eindrucksvollen Anfang nahm, veränderte nicht nur das Stadtbild nachhaltig, sie ließ auch eine neue Gesundheitsorientierung entstehen, die wesentliche Auswirkungen auf die Rezeption des Lärms hatte. Diese stellt sich als komplexes Phänomen dar, an dem paradigmatisch Fragen der Großstadtentwicklung, der Kultur- und Zivilisationskritik, aber auch soziale und ökonomische Konflikte abgehandelt wurden.

Als kontextuale Ergänzung werden zentrale Aspekte einer Geschichte des Hörens analysiert und Ausblicke zur weiteren auditiven Entwicklung bis ins 21. Jahrhundert geboten.

(Forschungsprojekt: in Arbeit)

 

Vgl. dazu folgende bereits erschienene Artikel von Peter Payer:

Vom Geräusch zum Lärm. Zur Geschichte des Hörens im 19. und frühen 20. Jahrhundert. In: Wolfram Aichinger/Franz X. Eder/Claudia Leitner (Hg.): Sinne und Erfahrung in der Geschichte. Innsbruck-Wien-München-Bozen 2003, S. 173-191. (Tw. wiederveröffentlicht in: Volker Bernius/Peter Kemper/Regina Oehler/Karl-Heinz Wellmann (Hg.): Der Aufstand des Ohrs - die neue Lust am Hören. Göttingen 2006, S. 106-118.)

"Großstadtwirbel". Über den Beginn des Lärmzeitalters, Wien 1850-1914. In: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS), hg. v. Deutschen Institut für Urbanistik/Berlin, Nr. 2/2004, S. 85-103.

Der Klang von Wien. Zur akustischen Neuordnung des öffentlichen Raumes. In: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften (ÖZG). Nr. 4/2004, S. 105-131.

Versuch einer akustischen Topographie: Wien um 1900. In: Wiener Geschichtsblätter. Nr. 1/2005, S. 1-16.

Unerwünschte Geräusche. Lärm und Großstadt im 20. Jahrhundert. In: Blätter für Technikgeschichte. Bd. 66/67, 2004/2005, S. 69-94.

The Age of Noise. Early reactions in Vienna, 1870-1914. In: Journal of Urban History (JUH). Vol. 33/Nr. 5, July 2007, 773-793.

 

Grußpostkarte, um 1900

 

 

 

 

 

 

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Wien bei Nacht.

Zur Konstruktion eines Stadtimages, 1900-2000

 

"Das nächtliche Bild Wiens, wie es sich jetzt von den Höhen und Vorhöhen des Kahlengebirges darstellt, ist nachgerade zu einer Sehenswürdigkeit geworden, die es verdienen würde, in den Reisebüchern besonders vermerkt und den Besuchern Wiens zur Besichtigung empfohlen zu werden." (Reinh. E. Petermann, 1908)

Es ware eine völlig neue visuelle Erfahrung, die den Zeitgenossen zur vorvorigen Jahrhundertwende durch die künstliche Beleuchtung der Stadt geboten wurde. Euphorisch sprach man vom "irdischen Sternenglanz" und vom "Lichtermeer", das sich über die ganze Stadt ausbreite. "Wien bei Nacht" zu zeigen, wurde schon bald zu einer erfolgreichen Werbestrategie. Künstliche Effektbeleuchtungen betonten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Standardisierte Nachtbilder entstanden und wurden durch Ansichtskarten in großer Zahl verbreitet.

Wie veränderte sich der gesellschaftliche Umgang mit der (großstädtischen) Nacht im 20. Jahrhundert? Wie gestaltete sich ihre touristische Vermarktung? Welche Bedeutung hatte und hat die Nacht für das Stadt-Image von Wien? Derartige Fragen stehen im Zentrum des Forschungsprojekts, das erstmals eine Dokumentation und Analyse des Verhältnisses von Großstadt und Nacht vornimmt, wie es sich im populären Massenmedium der Ansichtskarte widerspiegelt. Als Quellengrundlage dient die umfangreiche Sammlung des Autors bestehend aus ca. 1000 Ansichtskarten zum Thema "Wien bei Nacht" aus dem Zeitraum 1890 bis 2011.

(Forschungsprojekt: in Arbeit)

 

Vgl. dazu folgende bereits erschienene Artikel von Peter Payer:

Wien bei Nacht. Das Rathaus kam immer vor ... Gespräch mit Hans-Christian Heintschel. In: Perspektiven/Magazin für Stadtgestaltung und Lebensqualität, Heft 1_2/2006, S. 89-92.

Wien bei Nacht. Der Westbahnhof bei wechselnder Beleuchtung. In: Kos, Wolfgang/Dinhobl, Günter (Hg.): Großer Bahnhof. Wien und die weite Welt. Ausstellungskatalog des Wien Museums. Wien 2006, S. 166-171.

Die Eroberung der Nacht. Urbane Lichtinszenierungen. In: Wolfgang Kos (Hg.): Kampf um die Stadt. Politik, Kunst und Alltag um 1930. Ausstellungskatalog des Wien Museums. Wien 2010, S. 146-153.

Wien bei Nacht. In: Relevant. Informationen der Österreichischen Kontrollbankgruppe, Nr. 4/2011, S. 26-27.

 

 

Stefansdom bei Nacht, Ansichtskarte, 1908

 

 

 

 

 

 

 

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Graf Bobby.

Repräsentationen einer Wiener Witzfigur

 

"Überall in der Welt werden Witze erfunden und Witze weitererzählt, doch nur in besonders humorgesegneten Städten können Witzfiguren entstehen, Phantasiegestalten, die bisher 'herrenlose' Witze an sich ziehen und zum Erfinden neuer Witze anregen. Eine solche Figur ist Graf Bobby aus Wien! Der Witz dieser Witze besteht in Bobbys überraschenden Denkfehlern. Denn Bobby ist kein gewöhnlicher Dummkopf, sondern ein denkender. Er denk haarscharf am Wesen der Sache vorbei. Trotz seines englischen Vornamens ist er ein echter Wiener: vom Zylinder bis zum Lackschuh. Wienerisch ist sein Tonfall, jene unverkennbare leicht vom Dialekt gefärbte, nasale Sprache, die man 'Schönbrunner Wienerisch' nennt, wienerisch sind auch seine Gutmütigkeit und sein Charme. Darum ist er, trotz seiner Beschränktheit, eine liebenswürdige Erscheinung. Wir lachen über ihn, aber wir lachen ihn nicht aus. Weil wir ihn gern haben."
(Herta Singer)

In den meisten Witzen über Graf Bobby fungieren seine Freunde Graf Rudi und Baron Mucki als Sidekick und Stichwortgeber. Die Figuren wurden vor allem in den 1950 bis 70er Jahren äußerst populär als zahlreiche Anthologien erschienen, Kinofilme (u.a. mit Peter Alexander), Musikkasetten und Schallplatten (u.a. mit Peter Igelhof).

"Du, Mucki", fragt Graf Bobby, "weißt du nix, was man dem Grafen Schmeidl zum Geburtstag schenken könnt'?" "Vielleicht ein Buch?" "Ah, geh - ein Buch hat er schon."

Das Forschungsprojekt untersucht die Genese dieses Wiener Originals und analysiert seine unterschiedlichen Repräsentationen vor dem Hintergrund der jeweiligen zeithistorischen Ereignisse.

(Forschungsprojekt und Ausstellung: in Vorbereitung)

 

Publikation, 1940